Dezember 2018
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Mit diesem einen Bonmot möchte ich es für die Schilderung der Startrunde der Regionalliga Süd West bewenden lassen, auch wenn der Gegner und Gastgeber namentlich aller beste Bedingungen für weiteren Wortwitz böte. Das Duell der beiden ambitionierten Aufsteiger präsentierte sich als 5-Stundenfight, in den beide Klubs  ihre Stammacht entsandt hatten. Angepfiffen wurde am 10.10.10 exakt um 10.10 – herzlichen Dank an Nadja und Alex cool. Dass bei diesem Datum aus der Kirche nebenan hie und da die Hochzeitsglocken zu hören waren versteht sich von selbst. Kaiserwetter gab‘s obendrein.

Aber wie auch, wenn gleich zwei Augsburger fehlen und das bei einem Heimspiel und das auch noch in einem Match, welches den Klassenerhalt für die Fuggerstädter sichern könnte. Nadja und ich kamen damit zu zwei kampflosen Siegen. Nadja wars nach zwei anstrengenden Wochen beim Seminarturnier der Jussupow Schachakademie in Bad Wurzach und bei der bayerischen Jugendeinzelmeisterschaft in Regensburg, sowie der Sonntags-Odysee durch die Augsburger Altstadt mehr als Recht. Mir nicht, schließlich war ich schon in Lauingen ausgebremst worden und mir wurde nun schon wieder eine Partie verwehrt. Dabei will ich doch nur spielen.

Wie würden wir uns anstellen? Das war die Frage, als Mannschaftsführerin Nadja (Jörg schnupperte in der Ersten ziemlich dünne 2. Bundesligaluft) samt grünem Glücksordner zur 6. Runde die Mannschaft aus Königsbrunn begrüsste. Bei den Gästen fehlten allerdings sogar zwei Stammspieler der bisherigen Saison, so dass wir an den hinteren Brettern ein deutliches DWZ-Übergewicht besaßen.

Es war ein wirklich souveräner und kraftvoller Auftritt, den unsere Reserve beim Kantersieg gegen die erfahrungsgemäß gefährlichen Lauinger heute absolvierte und die Unsicherheit der letzten Runde damit komplett abschüttelte. Unsere Schwabenligaacht zeigte ein komplett anderes Gesicht als beim Zittersieg gegen Ichenhausen und glaubt mir, ich kann das bezeugen, denn ich gewann nach einer Stunde kampflos und widmete mich sodann abwechselnd der intensiven Wettkampfbeobachtung und dem Studium des neuesten Werkes aus dem Hause Jussupow/Dworetski. Lutz hatte Nadia hierbei germanistisch unterstützt und sein persönliches Exemplar der "Tragikomödien im Endspiel" von Nadia mitgebracht bekommen. Lauingen war ansonsten von 1-8 aufgestellt und erreichte so ein ebenbürtiges DWZ Niveau und hatte dennoch keine Chance, denn: Bei der Zweiten gab es heute keinen Wackler.

Im Nachhinein fühlt sich das Duell gegen Ichenhausen an wie ein Fußballspiel auf schwerem, nassen, rutschigen Geläuf, wo es dem Favoriten zu keiner Zeit gelingen mag, das höhere spielerische Niveau gewinnbringend zu kultivieren. Zwar erreichten wir fast durchwegs Stellungsvorteile aber zählbares sprang nur selten heraus. Gott sei Dank aber waren beide Teams nicht in der Lage, ihre Partien konsequent zu verwerten und so war‘s ein durch und durch fahriger Wettkampf bei dem letztlich, um bei der Analogie zum Fußball zu bleiben, nicht die individuellen Dribbelkünste, sondern irgendwelche Sonntagsschüsse, Abpraller oder Querschläger entscheidend werden sollten.