Juli 2019
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Mindelheim II : Krumbach III   2,5 : 1,5 am  16.03.2019

Gegen den Tabellenführer wollten wir in der letzten Spielrunde der Saison noch ein achtbares Ergebnis einfahren um zumindest den 3. Platz zu sichern bzw. im Idealfall den 2. Platz in der Endabrechnung zu belegen.

Wie schon mehrfach gehabt setzte Max an Brett 4 das erste Signal. In sehr eigenwilliger Spielweise überließ er zunächst das aktive Geschehen seinem Kontrahenten, der mit Läufer und Springer „wütete“ und dabei ohne jeglichen Abtausch einen Turm und drei Bauern einheimste. Dabei übersah der junge „Vielfraß“ allerdings zwei Springerzüge von Max zu seiner schon vorgeeilten Dame, die dann zum schnellen Matt auf h2 führten. 1:0 für uns nach nur ½ Stunde !

Wenig später allerdings „verschlief“ Benjamin an Brett 3 seinen Partieverlauf. Mit schon Bauernvorsprung in nicht schlechter Grundstellung übersah er schlichtweg einen Dameneinschlag auf h2 mit einem folgenden Grundlinien-Matt, das bei Übersicht gut zu vermeiden gewesen wäre. Nun gut, 1:1.  Der Looser des Abends war allerdings ausschließlich ich !  Wie ein Schach-Novize ließ ich Oldie mich von der stakkatohaften Spielweise des Gegenüber nervös machen, fand kein adäquates eigenes Spiel gegen das Doppel-Fiancetto und kam nach und nach unter Druck. Einen Doppelangriff auf zwei meiner Figuren konterte ich mich einem „Sandel“-Zug, mit der leisen Hoffnung auf Figurenrückgewinn. Dies durchschaute der Kontrahent allerdings. Das Weiterspielen bis zum bitteren Ende war nur noch dem Teamgeist geschuldet, der Gegner machte keine Fehler mehr.  Johannes an Brett 2 spielte wieder am längsten. Am Brett standen da noch alle Figuren, mit Ausnahme von jeweils einem Läufer- bzw. Springer-Paar. In dieser Situation gab es dann für ihn nur die Entscheidung zu einem Remis.

Saisonbilanz:

Die vier Jugendlichen haben sich in der ersten B-Klassen-Saison überraschend gut geschlagen. Johannes und Max holten jeweils 3 aus 5 = 60 %, Benjamin 2 aus 4 = 50 %, Wolfram 0,5 aus 1 Spiel = 50 %.  Das negative Ergebnis des Mannschaftsführers von 1,5 aus 4 = 38 % soll hier nicht verschwiegen werden.

 

  TSV Mindelheim II DWZ - SK Krumbach III DWZ 2½ - 1½
1 3 Fischer, Manfred 1474 - 1 Reincke, Eckhard 1507 1 - 0
2 6 Horn, Alexander 878 - 3 Salzgeber, Johannes 1157 ½ - ½
3 7 Ginter, Simon   - 4 Wagner, Benjamin 937 1 - 0
4 8 Ginter, Jakob   - 5 Wagner, Max 761 0 - 1
Schnitt: 1176 - Schnitt: 1090  

                                Die Abschlußtabelle

Rang Mannschaft 1 2 3 4 5 6 MPkt BPkt
1. TSV Mindelheim II ** 3 4 2 3 9 - 1 14,5 - 5,5
2. SK Klosterlechfeld III 1 ** 4 2 3 7 - 3 13,5 - 6,5
3. SK Krumbach III 0 ** 4 2 5 - 5 10,0 - 10,0
4. SK Türkheim/Bad Wörishofen II 0 2 0 ** 3 5 - 5 7,5 - 12,5
5. TSV Landsberg 1882 III 2 1 2 1 ** 2 3 - 7 8,0 - 12,0
6. SF Wehringen II 1 ½ 2 ** 1 - 9 6,5 - 13,5

 

B-Klasse 4. Runde in Krumbach

Gegen die Dritte der Landsberger hatten wir uns eigentlich etwas ausgerechnet,  auch um vorne mit am Ball zu bleiben. Das Match war aber ebenso eine Bewährungsprobe, denn wir traten ausschließlich mit den vier U 18-Spielern an.

Es fing auch sehr gut an: Max machte sehr bald Druck auf den rochierten schwarzen König, verleitete dadurch seinen sehr jungen Gegenspieler zu einem unglücklichen Figurenrückzug auf die Grundlinie und setzte dann – unterstützt von seiner Dame - bereits im 11. Zug sehenswert ein ersticktes Springer - Matt.  1:0 für uns !!  Benjamin´s Gegner ließ lange auf sich warten. Er hatte sich irgendwo verfahren und kam erst mit 40 Minuten Verspätung an. Dann aber legte der junge Mann eine ausgereifte Partie hin, in deren Mittelpunkt ein Freibauernvormarsch auf der d-Linie stand, gegen den kein Kraut gewachsen war. Nach Querverschiebung der vorgerückten Türme und mit Leichtfiguren-Unterstützung konnte dieses neue Talent der Landsberger sogar auf die Bauernumwandlung verzichten und vorzeitig mattsetzten !   Benjamin soll es ein Trost sein, dass er einfach auf einen sehr starken Gegner traf. Nach dem Zwischenstand von 1:1 sah es aber nach wie vor gut aus für uns. Johannes, mit einem Mehrbauern ausgestattet, hatte sich eine gute Druckstellung gegen die rückständige schwarze Entwicklung aufgebaut. Wolfram´s Partie sah rein optisch wegen der am Damenflügel schon weit vorgerückten Bauern gut aus. Dann verschenkte Wolfram´s Gegner aus irrationalen Überlegungen heraus seinen freien a-Bauern, tauschte den letzten Turm ab und bot dann einen Damenabtausch an, der seine eigenen Bauern einbetoniert und Wolfram zugleich eine Freibauernlinie beschert hätte. Lieber Wolfram sei mir nicht böse, aber was hat Dich da geritten, dass Du dieses Geschenk nicht angenommen hast ?  So kam der Kontrahent zu einem nicht ungefährlichen Gegenspiel, sodass das Remis-Angebot einfach angenommen werden musste.

Johannes hatte dann zunächst alles richtig gemacht, den Druck gegen den noch nicht rochierten schwarzen König noch gesteigert und dabei immer mit einer Springergabel gedroht, die zu einem Damenverlust geführt hätte. Sein Gegner steigerte sich dann unter langer Bedenkzeit jedoch, verteidigte gut und stellte dabei Johannes vor eine Entscheidung, die dieser dann unglücklich traf. So drehte sich nach Gegner´s Damenabtausch mit folgendem Figurengewinn das Blatt vollends und Johannes hätte dann eigentlich verlieren müssen. Doch auch sein Gegenüber wirkte dann nach zuletzt rund 4 Stunden Spielzeit sehr erschöpft und der Phantasie beraubt. So willigte er letztendlich in Johannes´ Remisangebot ein. Als eine schöne Geste zu vermerken ist, dass Anatol sich in der Endphase nicht nur selber mit einer Tafel Schokolade stärkte, sondern auch Johannes eine solche zuschob.

Etwas schade, dass unsere Jungs den möglichen vollen Punktgewinn  nicht umsetzen konnten. So wird es halt nichts mit einem Showdown um den B-Klassentitel in der letzten Runde gegen Mindelheim. Seien wir aber ehrlich, in der 3. Runde in Wehringen wurde uns ein halber Punkt zum dortigen Matchgewinn „geschenkt“.

 

1 SK Krumbach III DWZ - TSV Landsberg 1882 III DWZ 2 - 2
1 2 Lobermeier, Wolfram 1205 - 5 Boeck, Armin   ½ - ½
2 3 Salzgeber, Johannes 1157 - 6 Schedlbauer, Anatol 901 ½ - ½
3 4 Wagner, Benjamin 937 - 8 Johannssen, Paul   0 - 1
4 5 Wagner, Max 761 - 16 Weininger, Josef   1 - 0

 

 

 

Wehringen II : Krumbach III   1,5 : 2,5 am  26.01.2019

Es war schon ein eigenartiger Wettkampf im großzügigen hellen Ambiente der Schachfreunde Wehringen. Zwei der Partien würden es verdienen, in ein Lehrbuch mit dem Titel „Wie vergeige ich ein total gewonnenes Endspiel“ aufgenommen zu werden. Nachdem sich das allerdings zu Gegner`s Lasten mit einem vollen Punkt, bei uns aber nur mit einem halben Punkt auswirkte, wäre ein 2 : 2 das realistische Endergebnis gewesen. So kamen wir doch zu einem etwas glücklichen Mannschaftssieg gegen die Wehringer Zweite, die wie wir mit jeweils einem Oldie und drei Heranwachsenden aufgestellt war.

In der Partie an Brett 4 hatten sich die beiden Kontrahenten wohl stillschweigend vorgenommen, gegenseitig verspätete Weihnachtsgeschenke zu verteilen. So entwickelte sich ein vogelwilder aber nicht uninteressanter Spielverlauf mit Gewinnchancen für beide, bei dem Max dann allerdings „vergaß“, einen zur Umwandlung anstehenden weißen Bauern abzuholen. 1 : 0 für Wehringen.

Johannes an Brett 2 stand immer etwas besser, mit Druck gegen den kurzrochierten weißen König. Ein entscheidender Durchbruch war jedoch lange nicht absehbar. Dann aber half offenbar Gegner Felix mit, indem er die Dame vor den blanken König zog und so zum Fraß für einen Turm von Johannes präsentiert wurde. 1 :1 der Zwischenstand.

Wenn die Notation von Benjamin an Brett 3 wie aufgeschrieben stimmen sollte, ergab sich ein 34. Zug von Schwarz, der nur als totaler Blackout zu bewerten ist. Figürlich ohnehin schon haushoch überlegen, vergaß Schwarz das einzügige Matt mit der Dame auf a2, fraß anstelle dessen den letzten weißen Läufer und ließ sich  im Gegenzug vom noch verbliebenen weißen Turm auf der Grundlinie selbst mattsetzen!! Einfach unglaublich, 2 : 1 für uns.

 

An Brett 1 traf ich mit Franz Wildegger, dem Vereinsgründer und Vorstand der Schachfreunde Wehringen, auf einen alten Bekannten. Franz´ Devise lautete wohl auf Erzielung eines Remis, denn schon im 9. Zug bot er die Dame zum Tausch an. Das nahm ich gerne an, weil ich auf diese Weise ersatzlos den C-Bauern gewinnen konnte und so in Vorteil kam. Das Mittelspiel war ein hochkonzentriertes taktisches Geplänkel von beiden Seiten, das ich aber letztendlich mit zwei Mehrbauern in eine klare Gewinnstellung überführen konnte. Dann allerdings überfiel mich wieder mal das Phänomen einer persönlichen Unkonzentriertheit nach Vorteil, die der alte Fuchs Franz in seiner letzten Not voll ausnutzte. Nach mehreren Fehlzügen musste ich so in Zugzwang meinen Turm für Gegners letzten Bauern spucken, sodass mich Franz dann mit seinem verbliebenen Turm dauerhaft in Schach halten konnte. Nur Remis, aber letztendlich 2,5 : 1,5 für uns!

 

  SF Wehringen II DWZ - SK Krumbach III DWZ 1½ - 2½
1 1 Wildegger, Franz 1259 - 1 Reincke, Eckhard 1507 ½ - ½
2 9 Pimpl, Felix 866 - 3 Salzgeber, Johannes 1157 0 - 1
3 12 Wagner-Schultze, Ramon 910 - 4 Wagner, Benjamin 937 0 - 1
4 13 Faust, Niklas 916 - 5 Wagner, Max 761 1 - 0
Schnitt: 987 - Schnitt: 1090  


 

 

B-Klasse 2. Runde in Krumbach

 

Die Begegnung war das Aufeinandertreffen der 0:4 – „Loser“ aus der 1. Runde.

Nachdem die Gastmannschaft als reine Jugendtruppe zu erwarten war, wollten wir eigentlich ebenfalls nur mit Jugendlichen antreten. Dies ging dann aber doch nicht, weil Wolfram Lobermeier zuvor bereits in der Zweiten eingesetzt war (übrigens sehr erfolgreich!) und die noch Jüngeren aus dem Aufgebot am Spieltag in der U 12 – Schwäbische MM zu kämpfen hatten.

Sämtliche Eröffnungen wurden ganz gut behandelt. Herauszuheben ist, dass Benjamin als Nachziehender im „Spanier“ den von Weiß forcierten Abtausch im vierten Zug nicht mit dem b-Bauern, sondern dem d-Bauern nach c 6 vollzog.

An den Brettern 3 und 4 leisteten sich dann unsere Gegenüber im jeweils 6. Zug die ersten kleineren bis größeren Fehler. Hätte Lena Benjamin´s Mattdrohung durch Zurücknahme des zuvor „bauernfressenden“ Springers abgewehrt, wäre nach Damenabtausch eine wohl neutrale Partie entstanden. So aber kam Benjamin schon bald zu einem Figurengewinn. Im weiteren Verlauf wollte er ein schnelles Matt erzwingen und vergaß dabei zunächst, den gefährlichen Bauern auf f6 zu eliminieren. Zu seinem Glück fand die junge Dame dann aber nicht die besten Gegenzüge, so dass Benjamin zu einem fulminanten Angriff starten konnte, der bald zum Matt und damit zum 1:0 für uns führte !

Max machte keine Fehler, sondern überließ diese seinem Gegenüber. Sehr beeindruckend war sein Bauernzug mit Weiß auf d6, mit dem er die Springerstellung auf c7 festigte und dabei einen Qualitätsgewinn verschmähte. Der Gewinn der gegnerischen Dame ergab sich schier im Nebeneffekt. Sehenswert dann die Mattkombination, kreiert durch zwei Springer, einen Läufer und einen Bauern, wobei die Dame nur eine passive Zuschauerrolle inne hatte !    2:0 für uns, die halbe Miete war durch die Wagner-Brothers schon eingefahren !

Johannes´ Partie lief bis ins Mittelspiel ausgeglichen, ohne große Aufreger. Dann aber setzte er einen offensiven Springerzug, der auf den ersten Blick nach Figurenverlust aussah, bei näherer Betrachtung jedoch der „Dosenöffner“ der Partie war !  Allerdings fand Johannes mit Figurenüberzahl dann zunächst nicht die besten Züge. Hätte sein Gegner im 23. Zug den König nach vorn bewegt, wäre es nämlich zur Vermeidung eines Qualitätsverlustes des eingesperrten Turms zur Zugwiederholung und folglich zu einem Remis gekommen. Auch später kam es in der sehr lang hinausgezogenen Partie nochmals zu einer kritischen Situation, in der der etwas müde wirkende Lukas – falls ausgeschlafener – den Springer zurückgewinnen und dann mit Bauernmehrheit auf dem Damenflügel das Match nochmals sehr spannend hätte halten können. So aber fand Lukas keine Mittel mehr und gab zu später Stunde sichtlich erschöpft den Wettkampf auf. Johannes konnte so seinen Sieg zwar etwas glücklich, aber aufgrund der aktiveren Spielführung letztendlich nicht unverdient mit nach Hause nehmen.

Ich selber hatte es an Brett 1 mit dem Youngster der Gastmannschaft zu tun. Dieser Leon erinnerte mich stark an ein ähnliches Talent als Gegenüber vor zig Jahren, das es dann später bis in die Oberliga schaffte. Ein bisschen Hans-guck-in-die-Luft, scheinbar abgelenkt vom Umfeld, um dann ansatzlos überraschende Züge auf das Brett zu zaubern. Der Junge hat mich damit so gefordert, dass ich zunächst keine echte Angriffsidee finden konnte. Vielleicht ein bisschen im Triumphgefühl überzog dann aber Leon und verlor einen wichtigen Bauern. Trotzdem musste ich höllisch aufpassen und im 21. Zug mit der eigentlich schon abgehakten Rochade erst die einzig richtige Entscheidung finden. Die Sequenz von Weiß, mit Figurenopfer zum Qualitätsgewinn, verfehlte damit die volle Wirkung. In vollkommen unterlegener Figurenstellung hatte Leon dann noch die pfiffige Idee, seine Dame für ein verstecktes Matt auf meine Grundlinie zu setzen. Zum Glück hatte ich aber einen guten Tag erwischt, das Manöver durchschaut und letztendlich einen Gegenangriff gestartet, der Leon dann zur Aufgabe bewegte.

Unser Sieg fiel mit 4:0 etwas zu hoch aus. Nichtsdestotrotz ist der Gewinn für unsere Jugendlichen sicher Motivation, weiter so konzentriert und kreativ wie diesmal aufzutreten und als Mannschaft erfolgreich in der B-Klasse mitzumischen.

 

SK Krumbach III

DWZ

SK Türkheim / Bad Wö. II

DWZ

 

4 - 0

 

Reincke Eckhard

1507

Wagner Leon

900

1 - 0

Salzgeber Johannes

1157

Lux Lukas

849

1 - 0

Wagner Benjamin

937

Bader Lena

864

1 - 0

Wagner Max

761

Musikant Moritz

774

1 - 0

Schnitt:

1090

Schnitt

846

 

 

 

 


Eckhard Reincke, Johannes Salzgeber, Benjamin Wagner und Max Wagner